Manuela Krämer ● 28.7.2021

Back to normal? Lern- und Arbeitswelten nach Corona

In Krisenzeiten werden traditionelle Wege überdacht. Wer anpassungsfähig ist, flexibel reagiert und im Ernstfall handlungsfähig bleibt, geht gestärkt aus Krisen hervor. Das haben wir alle im letzten Jahr erleben dürfen. Doch wie geht es nun weiter? Und wovon können wir als lernende Organisation profitieren?

Die meisten Mitarbeiter sind zurück am Arbeitsplatz und nur noch wenige befinden sich im Homeoffice? Dann wird es höchste Zeit für Sie, ein positives Zeichen im Unternehmen zu setzen. Denn nicht nur der Start neuer Kinofilme, wie James Bond, wurden im vergangenen Jahr mehrfach verschoben, auch die betriebliche Aus- und Weiterbildung musste sicher zurückstecken. Neue Inspiration durch attraktive neue Lernangebote wäre ein guter Startschuss in die Post-Corona-Ära. Doch wie gelingt selbstbestimmtes Lernen von Anfang an?

"Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen." Max Frisch

Wie können Sie Ihre Mitarbeiter nach der Krise optimal unterstützen?

Wenn Sie nun wieder „voll“ durchstarten, wird es Zeit für einen aktuellen Überblick. Welche Skills benötigen wir jetzt? Und in welchen Formaten lassen sie sich am besten vermitteln? Notieren Sie sich zunächst den Ist-Zustand und den Weiterbildungsbedarf samt Schwerpunkten und Extrawünschen aus den Abteilungen.

In 9 Schritten zum passenden E-Learning

Beispiele: Bestimmte Skills wurden in der Krise plötzlich wichtig, die vorher eher nebensächlich waren:

  • Wie führt man sein Team aus der Ferne?
  • Wie organisieren sich die Beschäftigten im Homeoffice?
  • Was brauchen Mitarbeiter, die remote arbeiten?
  • Wie führt man als Personaler Online-Bewerbungsgespräche? u.ä.

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Ebenso wichtig, wie die Wünsche, sind die Rahmenbedingungen: Was hat sich während der pandemiebedingten Krise verändert? Was bedeutet die Rückkehr aus dem Homeoffice für Ihr Unternehmen und für die Mitarbeiter? Und wie haben sich die Lern- und Arbeitswelten insgesamt verändert?

Legen Sie die zentralen Schwerpunkte Ihrer Weiterbildung nach Corona fest. Wichtig ist, sich klarzuwerden, was von den veränderten Gewohnheiten und Strukturen behalten werden soll – und was nicht.

In der Krise hat jedes Unternehmen seine ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. Laut Umfragen besteht in folgenden Bereichen der größte Lernbedarf:

1. Kommunikation

Arbeiten, Lernen und Leben fand unter verschärften Pandemie-Bedingungen weitgehend remote statt. Mitarbeiter in unterschiedlichen Homeoffices sind komplexe Kontexte. Hier wird die Kommunikation von Entscheidungen wichtiger als die Entscheidungen selbst. Denn selbst die beste Idee hilft nicht, wenn sie nicht befolgt wird. Für Führungskräfte aber auch für Teams bedeutet das: Das „Wie kommunizieren wir etwas“ wurde wichtiger als das „Was“. Kommunikationsfähigkeit wird auch in Zukunft immer wichtiger.

2. Arbeitsbedingungen und Digitalisierung

In den meisten Unternehmen herrschte über viele Monate lang Kurzarbeit. Bei manchen wird sogar noch heute mit „halber Kraft“ gearbeitet. Einige Unternehmen hielten nach alternativen Geschäftsmodellen Ausschau. Andere wiederum haben Vollgas gegeben und stehen nun besser da als je zuvor. Dritte wiederum möchten jetzt wieder richtig durchstarten, werden aber durch den Personalmangel in ihrer Branche ausgebremst. Die Digitalisierung aller Bereiche, vom Recruiting über Geschäftsbeziehungen bis zum Tagesgeschäft half im letzten Jahr enorm. Nun soll sie möglichst „smart“ weiter ausgebaut werden.

3. Aus- und Weiterbildung

Praktikumsstellen und Präsenzseminare wurden 2020 zunächst ersatzlos gestrichen. Später wurde die Weiterbildung teilweise in Form von Online-Veranstaltungen wieder aufgenommen. Gerade hier stießen jedoch viele auf fehlende technische Voraussetzungen im eigenen Haus. Besonders hart traf es zum Beispiel Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich: Weil Inhouse-Schulungen in Praxen und Krankenhäusern das Mittel der Wahl sind, herrscht nun gerade im systemrelevanten Gesundheitsbereich ein großer Lernbedarf.

Hybride Lösungen könnten nicht nur im Healthcare-Bereich das Lernen auf eine neue Ebene heben. Auch andere Branchen profitieren von fließenden Übergängen zwischen Präsenzschulungen und Online-Lösungen, ergänzt mit Social-Learning. Die Weiterbildung und der virtuelle Austausch müssen individuell an den Bedarf angepasst werden. Hier kommen Angebote, wie Software-as-a-Service wie gerufen.

4. Austausch

E-Learning hat während des Pandemie-Jahres 2020 Fahrt aufgenommen und gewinnt weiter an Bedeutung, da sind sich die meisten sicher. Dennoch vermissen viele Mitarbeiter und Vorgesetzte die informellen Gespräche mit dem Team in der Teeküche. Social-Learning-Lösungen kombinieren das Lernen mit dem Austausch.

 

Weiterbildung nach der Krise – Was wollen wir mitnehmen?

Nicht nur die Welt um uns herum wird digital – unser Lernverhalten wird es auch. Die pandemiebedingte Krise hat diese Tendenz nun verstärkt. So haben viele Mitarbeiter Gefallen am Arbeiten von zu Hause aus gefunden. Familie und Beruf zu vereinen und das eigene Zuhause intensiver nutzen, kann schön sein. Die Frage stellt sich, wie Sie als lernende Organisation darauf reagieren sollen.

E-Learning als Angebot

Sinnvolles aus den neuen Homeoffice-Arbeitswelten möchten viele mitnehmen. Kompatibilitätsprobleme und das Gefühl von Einsamkeit ohne Kollegen und Freunde sicher nicht. Auch die Weiterbildung lebt vom Austausch. Denn es sind gerade die Kaffeepausen, in denen sich informelle Gespräche und wertvoller Austausch ergeben. Doch Digitalisierung muss kein Gegner sein, im Gegenteil! Die digitale Kommunikation in Echtzeit hat viele Vorteile gegenüber zeitraubenden Präsenztreffen. In Virtual Classrooms trifft man Kollegen und Lernende, die man aufgrund der räumlichen Entfernung im Alltag eher seltener sieht. E-Learning sollte als Angebot, als Verbesserung der Weiterbildung genutzt werden, denn so steht es zukünftigen „Coffee-Break-Legenden“ nicht im Wege.

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E-Learning ist Klimaschutz

Auch die Nachhaltigkeit von digitalem Lernen und Arbeiten ist nicht zu unterschätzen. Ortsunabhängige Meetings und Weiterbildungen sparen nicht nur teure Reisekosten, sondern auch schädlichen CO2-Ausstoß durch Fahrten zu Seminaren und Co. Online Veranstaltungen sind damit ein enormer Beitrag zum Klimaschutz.

Was sagen die Anbieter von Lernsystemen zum Neustart?

Das mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH – führte kürzlich eine Umfrage unter den Anbietern digitaler Lernservices und -tools durch. Demnach rechnen zwei Drittel der Unternehmen weiterhin mit einer wachsenden Nachfrage in der Beratung, weil viele Unternehmen gerade jetzt nach passenden Lösungen und nach Orientierung im E-Learning suchen.

Fazit

Wie auch immer Ihr persönliches Fazit aus der pandemiebedingten Krise aussieht: Mit E-Learning holen Sie sich auf jeden Fall die schönen Seiten der Home-Office-Ära ins Unternehmen und können eventuelle Defizite ausgleichen.

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