Miriam Lerch
Verfasst von Miriam Lerch

18. Dezember 2019

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Wir sprechen mit Uwe Rotermund von noventum über agile Verhaltensweisen, eine neue Führungskultur, den Wert von Arbeit in Zeiten der Automatisierung und das menschliche Bedürfnis, "etwas zu tun und zu gestalten". Und warum Vertrauen in der neuen Arbeitswelt die wichtigste Rolle spielt.

Für diese Interview-folge traf ich mich Ende Oktober mit Uwe Rotermund, dem Geschäftsführer der noventum Consulting GmbH aus Münster, die seit 10 Jahren jährlich mit dem Great Place to work® Award als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet wird. Zu Beginn des Interviews schildert er seine berufliche Entwicklungsgeschichte und warum das Thema Vertrauen ihm so wichtig ist, dass es sogar ein essenzieller Bestandteil seiner Unternehmenskultur geworden ist. Spannende Einblicke geben dabei seine Aussagen zu Beginn seiner Karriere als er noch als Angestellter arbeitete:

„Sobald ich den Pfad der definierten Organisation verlassen habe, bin ich ins Leere gelaufen.“

„Was ich auch spannend fand: Die Meinung der externen Berater wurde immer wichtiger eingeschätzt die Meinung der eigenen Mitarbeiter.“

Und als er dann den Schritt in die Selbstständigkeit wagte:

„Dieses Managen von allen Dingen fand ich großartig.“

„Und dann habe ich angefangen nach den ersten 1 ½ Jahren Leute einzustellen und damit kam das Thema Führung auf mich zu. Und da hatte ich genaue Vorstellungen.“

„Was wir von Anfang an gemacht haben sind Feedbackgespräche.“

„Im weitesten Sinne war das schon so wie eine Balanced Scorecard. Wir haben Prozesse. Wir haben Kennzahlen. Wir beobachten das und aus den Ergebnissen versuchen wir zu lernen.“

Im weiteren Interview erzählt Uwe, warum agile Arbeitsweisen ohne Vertrauenskultur scheitern und welche Rolle die intrinsische Motivation dabei spielt. Wir sprechen über den zukünftigen Wert von Arbeit in Zeiten der Automatisierung und das menschliche Bedürfnis „etwas zu tun und zu gestalten“.

Vertrauenskultur im agilen Arbeiten

Richtig spannend wird es, als Uwe erzählt, wie er es geschafft hat nach dem Platzen der Dotcom-Blase seiner Linie treu zu bleiben und nicht wieder in alte Struktur von „command and control“ zurück zu  verfallen. Seine Lösung, nämlich die Folgen der Krise im Unternehmen transparent und besprechbar zu machen und gemeinsam als Team an einer Lösung zu arbeiten, ist beispielhaft und verdient sehr viel Respekt. Seine Antwort darauf, warum der Mittelstand beim Kulturthema im großen Vorteil gegenüber Konzernen ist, ließen mich aufhorchen und positiv stimmen. Zuletzt gibt Uwe Tipps, wie man sich am besten auf den Weg macht ein Kulturprojekt im eigenen Unternehmen anzupacken:

  1. Nach dem Warum fragen und die Dringlichkeit klären
  2. Ein Kulturaudit durchführen um den aktuellen Stand zu analysieren
  3. Mit agilen Methoden gemeinsam an der Unternehmenskultur arbeiten und Maßnahmen initiieren
  4. In regelmäßigen, fortwährenden Feedbackprozessen die Wirkung der Maßnahmen überprüfen

Wer mehr zu Uwe Rotermund und seinem Herzensthema Vertrauenskultur erfahren möchte, sollte unbedingt rein hören! Meine Interviewfragen waren das ein oder andere Mal sehr herausfordernd, aber Uwes Antworten sind klar und eindeutig und eine wahre Inspiration für Veränderung.

Nähere Infos zum Unternehmenskulturcheck von noventum (mit Möglichkeit zum Selbsttest): https://www.noventum.de/de/unternehemskulturcheck.html  

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