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Agile Organisationen: Merkmale und Tipps

Geschrieben von Dominic Lindner | 29.1.2019

Die digitale Transformation fordert von Unternehmen, flexibler und schneller zu agieren. Dabei gibt dieser Artikel vier Tipps zur Integration von Agilität in die Unternehmensstrategie, Prozesse, Kultur und Struktur.

Im Zuge der Digitalisierung hat sich Agilität zu einem wichtigen Thema für das Management von Konzernen entwickelt. Unternehmen sehen sich zunehmend den Anforderungen an kontinuierliche Anpassungen sowie einer schnellen Handlungsfähigkeit auf Kundenansprüche ausgeliefert. Viele Manager haben dabei bereits bemerkt, wie nachteilig eine typische hierarchisch aufgebaute Unternehmensorganisation dabei sein kann. Um auf immer kürzere Innovationszyklen, komplexere Märkte und neue Softwarelösungen schnell reagieren zu können, benötigt es eine Unternehmensstruktur, die von kurzen Entscheidungswegen, der Verteilung von Verantwortung und dem Vertrauen und der Akzeptanz der Mitarbeiter geprägt ist.

4 Tipps für mehr Agilität

Die Implementierung von Agilität ist dabei insbesondere in den folgenden vier Unternehmensbereichen sinnvoll.

Zielbild

Ein Ziel geht in der Regel immer von einer Basis aus, der Vision. Ein Zielbild ist die Basis jeder Transformation hin zu mehr Agilität. Sie brauchen eine klare Vorstellung davon, was Ihr Unternehmen in den nächsten Wochen, Monaten oder Jahren erreichen soll. Nur so können Sie an den richtigen Stellschrauben drehen. Nicht immer sind alle Abteilungen Ihrer Organisation gleich stark an der Realisierung dieser Vision beteiligt. Überlegen Sie sich also genau, inwiefern agilere Strukturen und Prozesse vorteilhaft für eine Abteilung sind. Sie müssen nicht immer das ganze Unternehmen umkrempeln. Beginnen Sie dort, wo Agilität den meisten Einfluss hat und arbeiten Sie sich langsam vor. Die Personalführung sowie die Veränderung der Unternehmenskultur eignen sich dabei besonders für die erste Begegnung mit einer agileren Führungsweise.

Checkliste:

1. Planen Sie eine Vision für Ihr Unternehmen.

2. Überlegen Sie, wie Sie durch die Einführung von Agilität die Realisierung der Vision vorantreiben können.

3. Fangen Sie mit der Transformation zunächst langsam an und arbeiten sich dann stetig von einer Abteilung oder Struktur zur nächsten vor.

Struktur

Viele Unternehmen predigen zwar das Credo „Der Kunde ist König“, gleichzeitig richten viele ihre Unternehmensstruktur aber gar nicht nach diesem aus. Statt interne Ziele in den Fokus zu setzen, sollten Sie aus der Sicht des Kunden denken. Inwiefern können Sie ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung optimieren, so dass dabei der größte Kundennutzen entsteht? Die Beantwortung dieser Frage und die Umsetzung genau dieser Methode erhalten Sie durch die Einführung von Netzwerken und cross-funktionalen Teams. Ihre Mitarbeiter müssen abteilungsübergreifend agieren und Sie, als Vorgesetzter, sollten die richtige Basis für diese Arbeitsweise zur Verfügung stellen.

Checkliste:

1.  Finden Sie heraus, was genau der Kunde will und versuchen Sie  dieses Bedürfnis zu befriedigen.

2. Führen Sie cross-funktionale Teams sowie neue Netzwerke ein.

3. Stellen Sie Ihren Mitarbeitern alle nötigen Werkezeuge und einen Raum für diese Arbeitsweise zur Verfügung.

Prozess

Wenn Sie ihre gesamte Unternehmensstruktur nach dem Kunden ausrichten, sollten Sie auch bei den einzelnen Prozessen nicht Halt machen. Planen Sie Projekte nicht mehr nach dem Wasserfall-Schema, sondern denken Sie in kleineren Schritten. Das führt nicht nur dazu, dass Sie auf Veränderungen schneller reagieren können, sondern auch dazu, dass Ihre Mitarbeiter genau wissen, was zu tun ist. Kurzfristig erreichbare Ziele, sind für Ihre Belegschaft oftmals viel weniger überwältigend und leichter verständlich als 5-Jahres-Pläne. Beziehen Sie dazu agile Methoden, wie Scrum ein. Damit können Ihre Mitarbeiter nicht nur bessere Ergebnisse erzielen, sondern Sie können auf diese Weise auch enger mit dem Kunden zusammenarbeiten.

Checkliste:

1. Richten Sie Ihre Prozesse auf den Kunden aus.

2.  Legen Sie kurzfristige Ziele fest, statt nach dem Wasserfall-Schema zu planen.

3. Führen Sie agile Methoden wie Scrum, Kanban oder Design Thinking ein, um schnellere Ergebnisse bei Ihren Mitarbeitern und eine Zusammenarbeit mit dem Kunden zu fördern.

Kultur

Agilität bedeutet aber nicht nur die Veränderung von Strukturen und Prozessen, um die Bedürfnisse des Kunden zu decken. Damit Ihre Mitarbeiter ein Verständnis für die Digitalisierung und die damit verbundenen Anforderungen an schnelleres und flexibleres Handeln akzeptieren, müssen Sie eine Umgebung schaffen, die genau diese Arbeitsweise fördert. Das bedeutet in erster Linie, dass Sie Ihre Unternehmenskultur verändern müssen. Geben Sie Teile Ihrer Entscheidungs-"Macht" an Mitarbeiter ab, übertragen Sie Verpflichtungen und erwecken Sie ein Verantwortungsgefühl. Durch den Einbezug Ihrer Belegschaft in wichtige Entscheidungen fördern Sie nicht nur deren Akzeptanz und Verständnis für ihre Vision, sondern agieren gleichzeitig auch als Motivator.

Checkliste:

1.Verändern Sie ihre Unternehmenskultur.

2.  Übertragen Sie  Verantwortung auf Ihre Mitarbeiter.

3.  Beziehen Sie Ihre Belegschaft in Entscheidungsprozesse ein, um deren Akzeptanz, Verständnis und Motivation zu fördern.

Fazit

Sie sehen, Agilität entspricht nicht dem Auto mit Navigationssystem, in das Sie eine feste Route eingeben, der Sie folgen, bis Sie das Ziel erreichen. Sehen Sie Agilität stattdessen als Flugzeug. Es bewegt sich nicht nur schneller vorwärts, sondern hat auch ständigen Witterungsveränderungen zu trotzen. Trotzdem gelangen Sie auch hierbei ans Ziel, in der Regel sogar nicht nur komfortabler, sondern auch erfolgreicher.